Ethische Richtlinien

Präambel

Im Wissen um die Bedeutung des Verhältnisses und der Abhängigkeiten zwischen Kranken und Heilenden erlässt die Schweizerische Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin (SBO-TCM) Richtlinien für das Verhalten und die Vorgehensweise ihrer Mitglieder bei der Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeiten. Damit soll dem Wert und der Verpflichtung Ausdruck gegeben werden, welche die Verbandsziele innehaben.
Das oberste Ziel allen beruflichen Handelns und Strebens der Angehörigen der Schweizerischen Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin (SBO-TCM) ist das Wohl und die Gesundheit der Patienten.
Die Angehörigen der Schweizerischen Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin (SBO-TCM) verpflichten sich, diese Richtlinien vorbehaltlos und nach bestem Wissen und Gewissen einzuhalten, gewissenhaft zu befolgen und keine Ausnahmen zuzulassen.


Zweck

  • Die ethischen Richtlinien regeln das Verhalten der TCM-Therapeuten im Umgang mit ihren relevanten Bezugsgruppen und haben zum Zweck:
  • Das Vertrauensverhältnis zwischen allen Partnern im Gesundheitswesen (Therapeuten, Patienten, Leistungserbringer, Öffentlichkeit und andere mit der Traditionellen Chinesischen Medizin in Verbindung stehenden Gruppen) zu fördern und zu unterstützen.
  • Das Verhalten der Therapeuten untereinander sowie zu den Patienten auf eine Ebene gegenseitigen Verständnisses und hoher Akzeptanz zu stellen.
  • Das Ansehen der TCM-Therapeuten in der Öffentlichkeit zu mehren und zu sichern.

 

Grundsätze

Die vornehmste Aufgabe des TCM-Therapeuten ist die Gesunderhaltung der Menschen und im Krankheitsfall deren nachhaltige Genesung durch die Traditionelle Chinesische Medizin zu fördern und unterstützen.
Er ist sich der Stärken der Traditionellen Chinesischen Medizin bewusst und wendet sie nach allen Regeln der medizinischen Kunst sorgfältig und kompetent an.
Er verpflichtet sich zur ständigen Weiterbildung nach den Vorschriften und Empfehlungen der Schweizerischen Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin (SBO-TCM) und sorgt für eine angemessene Qualitätssicherung.


Umgang mit den relevanten Bezugsgruppen

Umgang mit den Patienten

  • Der TCM-Therapeut verhält sich zu seinen Patienten in jeder Hinsicht korrekt und ehrlich. Dabei macht er keine Unterschiede in Bezug auf Herkunft, Rasse oder Religion. Er versucht ein Vertrauensverhältnis aufzubauen, das es den Patienten ermöglicht, ihn jederzeit wegen Problemen und Beschwerden zu konsultieren. Dies vor allem im Wissen, dass eine seriöse, fundierte und erprobte Methode zur Heilung angewandt wird.
  • Er unterlässt jedes Versprechen von Heilerfolgen.
  • Er unterlässt jede Form von Beziehungen, die sich aus dem speziellen therapeutischen Abhängigkeitsverhältnis ergeben können, insbesondere Beziehungen materieller, emotionaler oder sexueller Natur.
  • Der TCM-Therapeut ist verschwiegen und hält sich an das gebotene Patientengeheimnis. Er erteilt niemandem Auskunft über seine beruflichen Beziehungen zu Patienten. Sämtliche Patientendaten werden an einem sicheren Ort aufbewahrt und stehen keinem Aussenstehenden in irgendeiner Weise zur Verfügung. Es steht einzig und allein dem Patienten das Recht zu, seine Daten zu veröffentlichen oder an von ihm bezeichnete Personen weiter zu geben. Von dieser Regelung ausgenommen sind einzig die gesetzlichen Vorschriften.
  • Der Patient hat das Recht, Einsicht in und/oder Kopien von ihren Patientendokumentation zu verlangen. Damit verzichtet er ausdrücklich auf das Patientengeheimnis. Dies muss er schriftlich bestätigen.
  • Patientendaten müssen mindestens 10 Jahre nach der letzten Eintragung aufbewahrt werden.
  • Wenn ein TCM-Therapeut aufhört zu praktizieren, so stellt er eine angemessene Weiterbehandlung seiner Patienten durch andere Therapeuten sicher. Der Patient ist nicht verpflichtet, diese zu akzeptieren.

Umgang mit der Öffentlichkeit

  • Der TCM-Therapeut unterlässt alles, was den Berufsstand in der Öffentlichkeit in Verruf bringen könnte. Er ist sich bewusst, dass eine integre Lebensführung und ein gesetzeskonformes Verhalten eine wichtige Grundlage für das Vertrauen der Öffentlichkeit in den Berufsstand im Allgemeinen und die Traditionelle Chinesische Medizin im Speziellen sind.
  • Medizinische Erfolge dürfen mit Deutlichkeit, jedoch mit geziemender Bescheidenheit unterstrichen und demonstriert werden.
  • Im Speziellen unterlässt der TCM-Therapeut jede aufdringliche und marktschreierische Werbung sowohl für sich selber, die Praxis und die Methode.

Umgang mit Kollegen

  • Der TCM-Therapeut ist sich bewusst, dass nur ein kollegiales Verhältnis untereinander eine Arbeit zum Wohl des Patienten ermöglicht. Gegenseitige Hilfe und kollegiale Ratschläge sind selbstverständlich.
  • In einem eventuellen Streitfall unter ihnen rufen sie in erster Linie den Vorstand der Schweizerischen Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin an und unterwerfen sich dessen Urteil.

Umgang mit den Kostenträgern

  • Der TCM-Therapeut hält sich bei jeder Behandlung an das Wirtschaftlichkeitsgebot und an eine transparente Preispolitik. Er optimiert seine Methoden auch in Bezug auf Kosten und Nutzen, ohne allerdings das Wohl des Patienten in den Hintergrund zu stellen oder gar zu vernachlässigen.
  • Überarztung eines Patienten, also die Anwendung von Methoden, die nicht auf Notwendigkeiten beruhen oder unnötig hohe Anzahl von Behandlungen sind unlauter, nicht im Interesse des Patienten, der Leistungsträger und somit der Öffentlichkeit und stellen einen groben Verstoss gegen diese ethischen Richtlinien dar.

 

Berufsausübung

Der TCM-Therapeut wendet nur Methoden an, die er nachweislich beherrscht und die erprobt und getestet sind. Er wendet keine Methoden an, die er mit seinem Gewissen nicht vereinbaren kann.

Er kennt die Grenzen seiner Heilmethoden und weist Hilfesuchende, die er nicht behandeln kann oder wo die Heilungschancen bei anderen Methoden besser oder vielversprechender sind, an diejenigen Stellen weiter, die mit grösstmöglicher Sicherheit dem Wohl des Patienten eher von Nutzen sind. Dabei achtet er nicht auf kleinlichen Standesdünkel, sondern allein auf das Wohlbefinden seines Patienten.

Er respektiert Therapieverordnungen Dritter und nimmt nötigenfalls, nach Absprache mit dem Patienten, Kontakt mit der verordnenden Person auf.

 

Anwendung

Die ethischen Richtlinien sind für alle Mitglieder der Schweizerischen Berufsorganisation für Traditionelle Chinesische Medizin (SBO-TCM) verbindlich.

 

Verfahren / Sanktionen bei Verstössen

Verstösse gegen diese Richtlinien können von jedermann angezeigt werden.
Der Vorstand erlässt ein Reglement für das Verfahren bei Anzeigen gegen diese Richtlinien.
Verstösse gegen diese Richtlinien verjähren 10 Jahre nach der Tat.

Die Sanktionen sind:

  1. Verweis
  2. Busse
  3. Suspendierung auf Zeit
  4. Ausschluss aus dem Verband und Entzug des SBO-Titels

Die Sanktionen können kumuliert werden.

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